Handlaufkrümmer, Bögen & Endstücke – Expertenwissen für perfekten Geländerbau
Ein hochwertiger Handlauf prägt Optik, Ergonomie und Sicherheit eines Geländers. Der Beitrag erklärt Krümmlinge und Handlaufkrümmer, deren Unterschiede und Einsatzbereiche, und gibt praxisnahe Tipps zu Materialauswahl, Verarbeitung und Oberflächenveredelung – für einen nahtlosen Handlauf aus einem Guss.

Expertenwissen: Handlaufkrümmer, Bögen und Endstücke im Geländerbau
Ein exklusives Geländer aus Schmiedeeisen lebt von der Durchgängigkeit seiner Linienführung. Der Handlauf ist dabei das entscheidende Element: Er ist der haptische Kontaktpunkt zur Treppe und führt das Auge. Unterbrechungen durch harte Gehrungsschnitte stören diesen Fluss empfindlich. Mit unseren vorgefertigten Handlaufkrümmern (fachsprachlich: Krümmlinge), Bögen und Endstücken aus schweißbarem Stahl realisieren Sie nahtlose Übergänge und handwerklich perfekte Abschlüsse, die sonst nur mit aufwendigster Schmiedearbeit möglich wären.
1. Geometrie und Funktion: Den richtigen Bogen wählen
Im professionellen Treppenbau unterscheiden wir streng zwischen zweidimensionalen und dreidimensionalen Formteilen. Die Wahl des richtigen Bauteils entscheidet über die Ergonomie Ihres Geländers:
Der Handlaufbogen (Ebene Umlenkung)
Der klassische Handlaufbogen (oft als 90°-Bogen) wird verwendet, wenn der Handlauf die Richtung ändert, aber auf derselben Höhe bleibt. Typische Einsatzorte sind Podeste, Balkongeländer oder Galerie-Ebenen. Unsere Bögen sind so kalibriert, dass sie exakt an das Profil unseres Stangenmaterials anschließen, ohne dass ein optischer Bruch entsteht.
Der Krümmling (Der komplexe Richtungswechsel)
Ein Krümmling ist ein dreidimensional verwundenes Bauteil. Er ist technisch notwendig, wenn eine Richtungsänderung (Kurve) gleichzeitig mit einer Höhenänderung (Steigung) stattfindet – etwa im Auge einer Wendeltreppe oder beim Übergang vom schrägen Treppenlauf in das gerade Podest.
- Das Problem: Würde man hier einen flachen Bogen einfach "schräg" einschweißen, würde sich der Querschnitt verdrehen (kippen). Der Handlauf läge nicht mehr sicher in der Hand.
- Die Lösung: Unsere Stahl-Krümmlinge sind bereits tordiert (verwunden). Sie folgen der natürlichen Schraubenlinie der Treppe und garantieren so Griffsicherheit und Ästhetik.
2. Die Basis: Das passende Stangenmaterial
Ein Krümmling ist nur so gut wie das Profil, an das er angeschlossen wird. Unsere Verbindungsstücke sind in ihren Abmessungen (Breite, Stärke, Profilierung) exakt auf unser Sortiment an Handlaufstäben abgestimmt. Egal ob gehämmerter Flachstahl, profiliertes Rohr oder klassisches Rechteckrohr:
» Finden Sie hier das passende Schmiedeeisen Stangenmaterial für die geraden Läufe Ihres Geländers.
Durch die Kombination unserer vorgefertigten Bögen mit diesem Stangenmaterial sparen Sie sich das extrem aufwendige manuelle Biegen der Profile und erhalten dennoch ein Ergebnis wie aus einem Guss.
3. Der Abschluss: Handlauf-Endstücke und Voluten
Ein abruptes Ende des Handlaufs wirkt unfertig. Zudem schreiben viele Bauordnungen (insb. in öffentlichen Bereichen) vor, dass Handlaufenden so gestaltet sein müssen, dass man nicht hängenbleiben kann ("Einfädeln" von Kleidung).
- Die Zierschnecke (Volute): Im Bereich Schmiedeeisen der beliebteste Abschluss. Das Material rollt sich organisch ein. Dies ist nicht nur optisch ein Highlight, sondern bietet der Hand einen definierten Ruhepunkt am Antritt der Treppe.
- Der Endbogen: Hierbei wird der Handlauf in einem Bogen zur Wand oder zum Pfosten zurückgeführt. Dies ist die sicherste Variante für barrierefreies Bauen.
- Endkappen: Für moderne, schlichte Designs bieten wir passgenaue Kappen zum Aufschweißen, die das Profil sauber verschließen.
4. Verarbeitungshinweise: Schweißen und Veredeln
Unsere Handlauf-Komponenten bestehen aus gut schweißbarem Stahl (S235JR) in roher Ausführung. Um die Illusion eines "endlosen" Handlaufs zu erzeugen, empfehlen wir folgende Schritte:
Vorbereitung und Schweißnaht
Schrägen Sie die Stoßkanten von Krümmling und Stangenmaterial leicht an (Anfasen), um eine V-Naht zu bilden. Dies ermöglicht eine tiefe Durchschweißung, die beim späteren Verschleifen nicht wieder aufreißt. Achten Sie beim Heften penibel auf die Flucht der Oberkante.
Schleifen (Verputzen)
Der Übergang sollte nach dem Schweißen unsichtbar sein. Nutzen Sie Fächerscheiben mit feiner werdender Körnung (K40 bis K120). Bei gehämmerten oder strukturierten Handläufen (z.B. mit Rillen) muss die Struktur im Bereich der Schweißnaht eventuell mit Dremel oder Feile manuell nachgearbeitet werden.
Oberflächenschutz
Da Bogen und Stangenmaterial aus demselben Rohstahl bestehen, verhalten sie sich bei der Veredelung identisch. Das gesamte Geländer kann feuerverzinkt, pulverbeschichtet oder lackiert werden. Es entstehen keine Farbunterschiede an den Verbindungsstellen.